Torhaus

Das Torhaus wurde 1612 von Herzogin Augusta gebaut. Es bildete die Eingangspforte zum äußeren Schlosshof. Heute ist dort die Wirtschaftsförderungsgesellschaft untergebracht.

 

Kavaliershaus

Das Kavaliershaus wurde Anfang des 17. Jahrhunderts unter Herzogin Augusta gebaut. Es war als Gästehaus gedacht. Der dänische König ließ es jedoch im Zuge seiner Umbauten Mitte des 18. Jahrhunderts verkaufen. Bis heute ist es in Privatbesitz.

 

Schlosspark

Ursprünglich befand sich ein Franziskaner-Kloster auf dem Gelände des Schlosses. Mit der Reformation wurde es jedoch aufgelöst und Herzog Adolph ließ 1577 das Schloss bauen. Der Park wurde im Laufe der Jahrhunderte sehr unterschiedliche genutzt, unter anderem für die Landwirtschaft. Seit dem 19. Jahrhundert ist er im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt und steht der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Besonders bekannt ist der Schlosspark für die Krokusse. Über fünf Millionen der kleinen Blumen blühen im März und verwandeln den Park in ein lila Blütenmeer. Die Krokus-Sorte XXX ist jedoch nicht in Nordeuropa heimisch, sondern im Mittelmeer-Raum. Wie und warum die Krokusse nach Husum gekommen sind, wo sie wild wachsen, ist unklar. Vielleicht waren es die Mönche, die daraus Safran gewinnen wollten (wofür es jedoch die falsche Sorte ist)? Es könnten auch die Herzoginnen Augusta und Maria Elisabeth gewesen sein, die sich als Blumensammlerinnen gerne Blumen aus der ganzen bekannten Welt mitbringen ließen.

 

Innerer Schlosshof

Der innere Schlosshof liegt auf der kleinen Insel, eingerahmt durch einen Graben. Im Osten, direkt gegenüber der Eingangspforte, liegt das Hauptgebäude des Schlosses, der ursprünglich für die Verwaltung und die offiziellen Anlässe gedacht war. Im Süden (rechts) lag der Flügel des Herzogs, im Norden (links) wohnte die Herzogin. Die Witwen, Herzogin Augusta und Herzogin Maria Elisabeth zogen jedoch in den Südflügel um, da er sonniger ist und einen guten Blick über die Stadt Husum gewährte. Im Küchentrakt ist heute das Schlosscafé untergebracht. Davor steht noch immer der Brunnen.

 

Barockes Treppenhaus

König Christian III. von Dänemark verlegte die Treppenhäuser ins Innere des Schlosses. Den großen, repräsentativen Treppenaufgang im Hauptflügel ließ er in den 1750er Jahren bauen. Gleichzeitig wurden die Treppentürmchen in den Ecken zum Nord- und Südflügel abgerissen. Den Turm im Zentrum ließ er als Symbol seiner Macht stehen.

 

 

Fortuna-Saal

Der Fortuna-Saal ist benannt nach dem Fortuna-Kamin. Er wurde um 1612 von Augusta in Auftrag gegeben und von dem niederländischen Bildhauer Heni Heidriter geschaffen. Er zeigt in der Mitte die Glücksgöttin Fortuna. Ihr Schal, der im Wind weht, soll die Unbeständigkeit des Glückes symbolisieren. Rechts, wohin das Glück fällt, herrscht Reichtum und Friede, links sind Streit, Schmerz und Armut zu erkennen. Christliche Symbole wie die vielen Engelsköpfe sind dagegen ein Zeichen, dass die Macht Gottes über dem flatterhaften Glück steht. Ganz oben befindet sich ein Porträt des Herzogs Johann Adolph von Schleswig-Holstein-Gottorf, Augustas Ehemann.

 

Rittersaal

Der Rittersaal war der große Empfangssaal des Schlosses. Er wird noch heute für repräsentative Zwecke genutzt oder als Veranstaltungsraum für Konzerte und Empfänge. Von der reichen Bilderpracht, die hier zu Zeiten der Herzoginnen-Witwen geherrscht hat, ist nicht mehr viel übrig. Dank des Fördervereins konnten in den letzten Jahren jedoch zahlreiche Bilder aufgekauft werden, die nun wieder die ehemaligen Bewohner des Schlosses und ihre Verwandten zeigen.

Besonderes Highlight ist der Todeskampf-Kamin. Er zeigt im großen Fries den Kampf des Lebens gegen den Tod. Im Vordergrund sieht man wie ein Skelett, das zum größten Teil leider schon abgebrochen ist, mit Pfeil und Bogen auf Menschen jeder sozialen Schicht und aus der gesamten Welt schießt. Im Hintergrund kämpfen auch die Tiere gegen den Tod. Während das Motiv an die Sterblichkeit erinnert, stehen die christlichen Symbole wie die Engel für die Erlösung und das ewige Leben. Die vergoldeten Stützfiguren stellen Perseus und Andromeda aus der griechischen Mythologie dar.

Das Original wurde von den Preußen im 19. Jahrhundert mit nach Berlin genommen. Der Kamin kann dort im Bodemuseum besichtigt werden. Der Kamin im Schloss vor Husum ist eine Kopie, die Ende der 1980er Jahre, kurz vor der Wende, gemacht wurde. Der Standort ist der ursprüngliche.

 

 

Kapelle

Die Kapelle wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von Herzogin Augusta gebaut. Über dem Altar befindet sich ein kleiner Raum, in dem die Herzogin betete oder dem Gottesdienst folgte. Viele der Kunstgegenstände sind leider verloren gegangen oder befinden sich in Kopenhagen. Als der dänische König das Schloss in den 1750er Jahren umbauen ließ, brauchte er keine Kapelle mehr. Sie wurde zum Speisesaal und später zu Büroräumen umgebaut. Erst mit der Restaurierung des Schlosses wurde die Kapelle wieder als solche sichtbar.

 

 

Föderverein Schloss vor Husum

Ein kleiner Rundgang