Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf (1526-1586) 

Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf wurde 1526 auf der Duburg in Flensburg geboren.

Sein Vater, Friedrich I., war König von Dänemark und Norgwegen sowie Herzog von Schleswig und Holstein. Er hatte insgesamt vier Söhne: Christian (1503-1559), Johann (1521-1580), Adolf und Friedrich (1532-1556). Als Friedrich I. 1533 starb, folgte ihm sein ältester Sohn Christian auf den Thron: Christian III. von Dänemark und Norwegen. 

Die Herzogtümer Schleswig und Holstein wurden in der Landesteilung 1544 unter den drei ältesten Brüdern aufgeteilt. Adolf wählte das Gebiet mit dem Schloss Gottorf in Schleswig und begründete damit die Linie Schleswig-Holstein-Gottorf. Johann residierte als Herzog in Hadersleben. Der dritte Teil ging als königlicher Anteil an Christian III. Der Jüngste, Friedrich, wurde Bischof von Hildeseheim.

Herzog Adolf ließ sein Land zunächst von dem Ritter Johann Rantzau verwalten und reiste selbst durch Europa. Er war unter anderem eng mit dem deutschen Kaiser Karl V. befreundet.

Erst 1553 wandte er sich wieder seinem Herzogtum zu. Nach dem Tod seines jüngeren Bruders Friedrich 1556 übernahm er dessen kirchlichen Besitz und sein Bischofsamt. 1559 eroberte Adolf gemeinsam mit seinem Bruder Johann und seinem Neffen, König Friedrich II. von Dänemark, die Bauernrepublik Dithmarschen. Sie teilten Dithmarschen unter sich auf - Adolf erhielt den nördlichen Teil, der direkt an sein Herrschaftsgebiet anschloss. Adolfs älterer Bruder Johann starb 1580, sein Herrschaftsgebiet ging zu gleichen Teilen an Adolf und Friedrich II.

1564 heiratete Herzog Adolf Christine von Hessen (1543-1604), mit der er insgesamt zehn Kinder hatte.

Innenpolitisch modernisierte er seinen Staat, indem er unter anderem die Haus- und Staatsverwaltung trennte und auch bürgerliche, juristisch ausgebildete Männer in die Verwaltung berief. Außerdem ließ er zahlreiche repräsentative Schlösser bauen, unter anderem in Husum, Tönning und Reinbek. Das Husumer Armen- und Altenstift "Gasthaus zum Ritter St. Jürgen", umgangssprachlich Kloster genannt, geht ebenfalls auf Herzog Adolf zurück.

Herzog Adolf starb 1586 auf Schloss Gottorf. Sein Nachfolger wurde sein Sohn, Herzog Friedrich II. von Schleswig-Holstein Gottorf.

 

 Theodor Storm (1817-1888)

Theodor Storm wurde 1817 in Husum geboren und verlebte hier seine Kindheit. Nach dem Abitur in Lübeck studierter er in Kiel und Berlin Jura.

1843 kehrte er nach Husum zurück, wo er als Anwalt arbeitete. 1846 heiratete er Constanze Esmarch, mit der er sieben Kinder bekam. Nachdem er 1849 eine Protestresolution an den dänsichen Landeskommissar unterschrieb - Nordfriesland war damals Teil des dänsichen Königreiches und Storm machte sich dafür stark, dass Schleswig-Holstein Mitglied des Deutschen Bundes werden sollte -, wurde seine Zulassung als Anwalt nicht verlängert.

1853 verließ die Familie Storm Husum und ging ins Exil. Storm arbeitete zunächst als preußischer Assessor in Potsdam. 1856 folgte der Umzug nach Heiligenstadt, wo er zum Kreisrichter ernannt wurde.

Im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 fiel Schleswig-Holstein als Provinz an Preußen und Storm kehrte nach Husum zurück. Hier arbeitete Storm zunächst als Landvogt und von 1867 bis 1880 als Amtsrichter im Schloss vor Husum. Storm war eng mit der preußischen Landratsfamilie zu Reventlow befreundet. Nachdem seine Frau Constanze 1865 gestorben war, heiratete Storm bereits ein Jahr später Dorothea Jensen, mit der er eine Tochter hatte. In dieser Husumer Zeit entstanden viele Novellen. Sein Wohnhaus in der Wasserreihe 31 kann heute als Museum besichtigt werden.

Als er 1880 pensioniert wurde, zog Storm nach Hademarschen. Dort schrieb er sein berühmtestes Werk, "Der Schimmelreiter". Die Novelle erschien 1888, nur wenige Monate vor seinem Tod. Seine Büste, geschaffen von dem Husumer Bildhauer Adolf Brütt, steht im Schlosspark.

 

Fanny zu Reventlow (1871-1918)

Fanny Gräfin zu Reventlow wurde 1871 im Schloss vor Husum geboren. Ihr Vater war preußischer Landrat. 

Sie wurde sehr streng erzogen und rebellierte dagegen. 1892 schloss sie ein Lehrerinnenseminar mit der Befähigung ab, an mittleren und höheren Mädchenschulen zu unterrichten. Für eine Frau mit adeliger Herkunft war eine Berufsausbildung etwas sehr ungewöhliches. Im selben Jahr entdeckten ihre Eltern Liebesbriefe zu ihrem Freund Emanuel Fehling und schickten Fanny zu Reventlow zu einer Pastorenfamilie nach Adelby, wo sie sich bessern sollte. Von dort floh sie 1893 nach Wandsbek, was zum Bruch mit ihrer Familie führte. In Wandsbek lernte sie den Gerichtsassessor Walter Lübke kennen, der ihr das Studium an einer Malschule in München finanzierte. 1894 heirateten sie.

Die Ehe wurde bereits 1897 wieder geschieden. Sie lebte ein zwar armes, aber freies und selbstbestimmtes Bohème-Leben. 1897 wurde ihr Sohn Rolf geboren, dessen Vater Fanny zu Reventlow bis zu ihrem Tod geheim hielt. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich mit Übersetzungen, schriftstellerischen Arbeiten für Zeitungen, Schauspielerin und zahlreichen Gelegenheitsjobs wie Sekretärin, Aushilfsköchin, Versicherungsagentin und Messehostes. Häufig ließ sie sich jedoch auch von männlichen Bekannten aushalten. Außerdem pflegte sie Konktate zur Münchener Künstler- und Schrifststellerszene.

1910 verließ Fanny zu Reventlow München und ging in die Schweiz, wo die "Schwabinger Romane" entstanden. 1911 heiratete sie Baron Alexander von Rechenberg-Linten zum Schein, da er sein Erbe sonst nicht bekommen hätte. Das Geld ging jedoch im Bankenkrach von 1914 verloren. Fanny zu Reventow starb 1918 in der Schweiz an den Folgen eines Fahrradsturzes. Obwohl sie sich selbst eher als Malerin sah, sind heute besonders die Roman und Novellen von ihr bekannt geworden.