Architektur

 

Das Schloss wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Franziskaner-Klosters im Stil der niederländischen Renaissance gebaut. Typisch für diesen Baustil waren unter anderem viele kleine Türmchen und Dachreiter, Schweifwerkgiebel und der Wechsel von hellem Sandstein und rotem Ziegelmauerwerk. Besonders fortschrittlich war der dreiflügelige Bau. In den dreigeschossigen Kopfbauten wohnten der Herzog (Südflügel) und die Herzogin (Nordflügel). Der Mitteltrakt verband die beiden Kopfbauten und war den öffentlichen Anlässen vorbhealten, also zum Beispiel Empfängen und Audienzen. Rund um das Schloss wurde ein Graben gezogen, der den inneren vom äußeren Schlosshof trennt.

 

Die Herzoginnen Augusta und Maria Elisabeth, die beide als Witwe im Schloss vor Husum wohnten, ließen es weiter ausbauen. So entstanden unter Herzogin Augusta zum Beispiel das Torhaus und das Kavaliershaus. Außerdem beauftragte sie den Bildhauer Henni Heidtrider, die berühmten Alabasterkamine zu schaffen. Ihre Schwiegertochter, Herzogin Maria Elisabeth, ließ ein zweigeschossiges Pavilliongebäude in die südwestliche Ecke der Schlossinsel bauen, in das sie ihre Privatgemächer verlegte.

Nachdem das Schloss vor Husum nach dem Nordischen Krieg 1720 in die Hände des dänischen Königs fiel, ließ der es in den 1750er Jahren umbauen. Die Schweifgiebel und das Obergeschoss der beiden Seiteflügel wurden abgetragen. So erhielten alle drei Flügel die gleiche Höhe. Außerdem wurden die Treppentürmchen in den Ecken abgerissen und durch Treppenhäuser im Inneren ersetzt. Nur der große Treppenturm im Zentrum blieb als Symbol der Macht stehen. Durch die neue Raumfolge im Inneren des Schlosses wurde es endgültig zu einem damals modernen Barockschloss. 

 

Als im 19. und 20. Jahrhundert das Schloss zum Amtsgericht und Sitz des Amtes bzw. Kreises Husum wurde, wurde es mehr und mehr in ein Verwaltungs- und Bürogebäude umgebaut. Es wurde so sehr vereinfacht, dass es bald kaum noch als Schloss zu erkennen war. Mit der Gebietsreform 1970, als der Kreis Nordfriesland entstand, zog die Verwaltung vom Schloss ins neue Kreisgebäude um. Nach langjährigen Restaurierungsarbeiten kann das Schloss heute wieder im Zustand von 1750 besichtigt werden.